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Carmina Burana

02. März 2010 - 03. März 2010

Projektdaten

 

 

Dargebotene Werke:

Teil I: Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) – Der Besuch der alten Dame (Tragische Komödie, uraufgeführt 1956)

SchülerInnen der 7D-Klasse

 

Teil II: Carl Orff (1895-1982) – Carmina Burana

(Szenische Kantate, uraufgeführt 1937)

 

Ort der Aufführung: Theatersaal des Odeon (ehemalige Börse für landwirtschaftliche Produkte)

Wien II, Taborstraße 10

 

Datum: Mittwoch, 3. März 2010, 19.30 Uhr

Am Dienstag, den 2. März 2010 findet, ebenfalls um 19.30 Uhr, eine öffentliche Generalprobe statt.

Für den 25. Februar 2010 ist eine Orchester- und Solistenprobe im Festsaal der Schule, für den 1. März 2010 eine große Gesamtdurchlaufprobe aller Beteiligten mit Klavierbegleitung im Theatersaal des Odeon anberaumt.

Programmheft


Projektbeschreibung


Das Bundes-Oberstufenrealgymnasium Wien I, Hegelgasse 12, bietet schon seit Jahren drei künstlerische Zweige zur Auswahl an: Bildnerische Erziehung, Musikerziehung und Polyästhetik – letzterer stellt eine in Österreich einzigartige kunstpädagogische Zusammenführung von Musik, Tanz, Sprache, Schauspiel und Bewegung auf Basis der gymnasialen Oberstufe dar. Diese drei bereits seit geraumer Zeit etablierten Schulzweige haben in zahlreichen Einzelprojekten – vorerst weitgehend unabhängig voneinander – ihr künstlerisches Können und kreatives Potential immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Seitdem durch die (vor zwei Jahren erfolgte) Umformung des einzigen bislang nicht-künstlerischen Zweiges unserer Schule (eines Oberstufenmoduls mit besonderer Berücksichtigung der Naturwissenschaften) in einen Klassenzug mit künstlerischer Ausbildung in audiovisuellen Techniken unserem Haus die Möglichkeit eröffnet war, sich nunmehr als gefragte Ausbildungsstätte einheitlich künstlerischen Zuschnitts zu profilieren, keimte – zuallererst angeregt durch Direktor Dr. Michael Jahn – allmählich der Gedanke auf, alle vier Kunstzweige durch Ausrichtung eines großen künstlerischen Gemeinschaftsprojekts einander anzunähern, Räume der Begegnung zu schaffen und die Arbeitsergebnisse und Interpretationen der künstlerischen Einzeldisziplinen in einen dialektischen Kontext zu stellen.        

Schon bald war der Blick auf die große szenische Kantate Carmina Burana von Carl Orff (1895-1982) gelenkt, ist doch gerade Orff ein Komponist, dem es in seinen Werken nie um Musik allein ging, vielmehr stets um die ebenso sensible wie komplexe, den Menschen in seiner Gesamtheit betonende künstlerische Verschränkung von Sprache, Musik und Aktion. Schon der originale Untertitel des Werkes: „Cantiones profanae cantoribus et choris cantandae comitantibus instrumentis atque imaginibus magicis“ – „Weltliche Gesänge, mit Solosängern und Chören zu singen, mit begleitenden Instrumenten und magischen Bildern“ – sieht ausdrücklich eine szenische Umsetzung vor – ein Umstand, der oft übersehen wird. Orffs „magische Bilder“ sind hierbei, wie wir meinen, durchaus großzügig auszulegen – die kreative Umsetzung seiner genialen gesamtkünstlerischen Visionen, die im Detail unbenannt bleiben und daher entsprechende Freiräume bieten, soll durchaus auch moderne multimediale Techniken unserer Zeit in Konfrontation mit Orffs Vertonung der mittelalterlichen Gedichte bewusst einbeziehen.

Wie ist Orffs Musik zu charakterisieren und was verleiht ihr eine so große Bildhaftigkeit, die sie szenischer Umsetzung so zugänglich macht? – Im Werk Orffs finden sich die bewegungsmäßigen und mimischen Elemente einer gleichsam archaischen, „vorgeistigen“ Schaubühne mit Sprache und Musik zu integrativen Kunstträgern eines neuen „totalen“ Theaters zusammen. Die Musik ist nicht autonom, sondern eine Art Klangregie, die dem erklingenden Wort plastische Leiblichkeit verleiht in Form von verschiedengestaltigen Wort-Ton-Strukturen. Durch einen auf reich differenziertem Schlagwerkgrund fußenden Orchesterapparat wird ein ausdrucksreicher Klangraum für das Wort geschaffen. Dieser Klangraum erwächst nicht aus einer (im klassisch-romantischen Sinn) traditionellen, auf Motivfortspinnung und thematischer Arbeit beruhenden Satzkunst; vielmehr sind es archaisch-statische Fundamenttechniken (Tonreperkussion, Orgelpunkt, Bordun, Ostinato, Wechselklänge, Mixturspaltungen, Organaltechniken, Klangflächenkontraste etc.), von denen Orffs Kompositionsmethode grundlegend bestimmt ist. Die Konzeption des Ton- und Formmaterials ist meist aus einer „Klangzelle“ herausgearbeitet und bildet die periodische Wiederkehr von Formeln aus, deren beharrlich hämmernde Wiederholungen eine oft ungeheure Intensität an atmosphärischer Aufheizung erreichen und durchaus meditative Hörwirkungen bis in Bereiche der Trance erschließen wollen.

Unsere vier Kunstzweige verfügen in ihrer Gesamtheit über ideale Voraussetzungen, dieses in seiner Zeitlosigkeit stets aktuelle „totale Theater“ Orffs als nach- und eigenschöpferisches Gesamtkunstwerk zu realisieren:

– Die SchülerInnen des Musikzweiges stellen hierbei den Chor bzw. musizieren teils auch im Orchester, das sich im Übrigen aus vorwiegend professionellen Musikern rekrutieren wird. Die vokalen Soloparte werden teils von LehrerInnen der Schule übernommen, ein zusätzlich zu engagierender Kinderchor wird ebenfalls mitwirken.

– Aufgabe der SchülerInnen des bildnerischen, polyästhetischen und audiovisuellen Zweiges wird es sein, die insgesamt 25 Szenen der Carmina Burana mit den ihnen jeweils zur Verfügung stehenden Kunstmitteln nuancenreich zu illustrieren: Malerische und textile Arbeiten, „Lebende Bilder“, Pantomimen, Tanzchoreographien, Lichtinstallationen u. v. m. werden hier synchron zur Musik ablaufen und – wie oben erläutert – „dem erklingenden Wort plastische Leiblichkeit verleihen“. Diesbezügliche Konzepte werden zur Zeit gerade erarbeitet; SchülerInnen des AV-Zweiges werden zudem die Beleuchtungs- und Aufnahmetechnik in Bild und Ton (Herstellung einer DVD) übernehmen.

Als Aufführungsort wird der Theatersaal des Odeon (Wien II, Taborstraße 10) der ehemaligen Börse für landwirtschaftliche Produkte fungieren, der mit seiner großen Bühnenfläche und seinem stimmungsvollen „Theaterwerkstatt“-Ambiente einen idealen Rahmen für unser „gesamtkünstlerisches Schulwerkstattprojekt“ bietet. Zusammen mit der im ersten Teil des Abends von der 7D-Klasse dargebotenen Tragischen Komödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) zum 20. Todestag des Dichters verspricht der Abend des 3. März 2010 die vielfältigen künstlerischen und kreativen Ideen und Fähigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler facettenreich und eindrucksvoll zu dokumentieren.    


Dr. Peter Hrncirik
Musikalischer Leiter


 
„Besuch der alten Dame“ (F. Dürrenmatt)- Projekt der 7d
In Verbindung mit der Präsentation der „Carmina Burana“ soll dieses Theaterstück  in einer gekürzten Version aufgeführt werden. Der inhaltliche Konnex zu den „Carmina Burana“ ist insofern gegeben, da  in dieser Tragikomödie ähnliche Themen  anklingen -  Schicksal und Liebe: Ill verstößt seine Geliebte, als diese schwanger wird und denunziert sie als Prostituierte, was diese dazu veranlasst sich nach eine halben Jahrhundert an ihrem ehemaligen Geliebten und der Dorfgemeinde, die dessen Meinung übernommen und sie mit Schimpf und Schande verjagt hat, zu rächen. In unserer Version führt ein Sprecher durch das Geschehen, wodurch die Akzente noch mehr auf die Kernthematik des Stücks gelegt werden.
Erarbeitet werden die Szenen von der erfahrenen Schauspielerin und Musicaldarstellerin Cornelia Zenz, die einerseits die Authentizität der Figuren und anderseits die Sprachrichtigkeit und gute Artikulation  durch die Schüler in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt. Die weiteren  Proben werden unter der Leitung von Prof. Waltraud Zechmeister im Rahmen des Polyästhetikunterrichts  (Bereich Theater), aber auch  in der Schüler- und Lehrerfreizeit  gehalten.
Die Inszenierung des Stückes orientiert sich an der schlichten Reduktion des modernen Theaterbetriebs, wobei auch hier überraschende Akzente gesetzt werden sollen.
Ich kann nur sagen: lassen Sie sich überraschen und genießen Sie die  Aufführung von „Der Besuch der alten Dame“ und „Carmina Burana“ am 2.3. oder am 3.3. 2010.

Mag, Waltraud Zechmeister

Zählkarten für die öffentliche Generalprobe am 2.3.2010 und für die Aufführung am 3.3.2010 jeweils um 19.30 Uhr sind im Sekretariat der Schule Hegelgasse 12 ab sofort erhältlich. Wir bitten um großzügige Spenden für die Karten, um das Projekt auch finanzieren zu können.

 

 

Sponsoren, die unser Projekt unterstützen:

 

Kultur Innere Stadt

Raiffeisenbank

maxima

FuessAudiovision

AVstumpfl

Dr. Robert Scherngel

WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG

KulturKontakt